Schwyzer Steuergeld an US-Konzerne?

Am 13. Mai 2026 hat der Schwyzer Regierungsrat die Kleine Anfrage zur kantonalen IT-Infrastruktur beantwortet und schreibt in seiner Antwort:» Als geheim klassifizierte Informationen werden nicht in Microsoft 365 verarbeitet». Warum wählt der Kanton eine Cloud-Lösung, die für geheime Daten nicht taugt? Wie sicher sind dann die Daten der Schwyzer Bevölkerung?

Der Kanton gibt zu, dass der US CLOUD Act ein Risiko darstellt — nennt es aber «theoretisch», weil keine Fälle bekannt sind. Geheimdienstliche Zugriffe werden selten publik, das liegt in der Natur der Sache. Souveränität gibt man nicht auf, weil ein Risiko «theoretisch» ist.

Kantonsrat Grieder fragte: Aufgrund welcher konkreten Risikoanalyse ist der Entscheid gefallen? Die Antwort verweist auf ein «mehrstufiges Prüfverfahren» und eine «spezialisierte Anwaltskanzlei.» Die konkreten Dokumente «Analysen, Abwägungen, Alternativen» will die Regierung aber geheim halten. Ich habe diese Unterlagen vor über einem Monat angefordert. Trotz mehrmaliger Nachfrage warte ich bis heute.

Laut Antwort arbeitet der Kanton jetzt schon eine Rückführungsstrategie aus und muss dafür natürlich auch schon viel Geld ausgeben. Warum nicht gleich diese umsetzen? Die Geschichte zeigt: Wer einmal in der Cloud ist, kommt sehr schwer wieder heraus. Die oft überteuerten monatlichen Abogebühren aber fliessen Jahr für Jahr an einen US-Konzern. Aus unseren Steuergeldern.

Der Kanton behauptet, Open Source sei nicht reif genug. Dabei ist das meistverbreitete Betriebssystem der Welt Open Source: Android. Fast das ganze Internet, Webserver und Webseiten werden mit Open Source zuverlässig und stabil betrieben. Die französische Gendarmerie betreibt seit Jahren erfolgreich 80’000 Arbeitsplätze mit Linux.
Man fragt sich: Wurde den Verantwortlichen Angst gemacht? Softwarehersteller die auf teure Abomodelle angewiesen sind, haben ein klares Interesse daran, Open Source schlecht zu reden. Denn mit unabhängiger IT verlieren sie ihre Einnahmequelle. Lobbying — wie leider so oft.

Bei Dokumenten, die im Staatsarchiv lagern, kommt kein Mensch auf die Idee, sie seien im Ausland besser geschützt. Genau das gleiche gilt für digitale Daten. Der beste Schutz sowie der sicherste und schnellste Zugriff ist, wenn alles innerhalb der Kantonsgrenzen bleibt.

Ich fordere vollständige Transparenz: Die Herausgabe aller Dokumente die zum Entscheid geführt haben sowie, dass der Kanton Schwyz einen anderen Weg einschlägt — für sichere, souveräne Informatik, wo Schwyzer Daten und Schwyzer Steuerfranken im Kanton bleiben.